Stillen – wirklich so gut wie man immer sagt?

Stillen © HillLanderStillen © HillLander

In den ersten Lebensmonaten ist das Stillen das Beste für Mutter und Kind. Ihr gebt eurem Kind durch das Stillen nicht nur Nahrung, sondern bietet ihm Nähe und Zuwendung.

Die Muttermilch liefert alle wichtigen Nährstoffe

Von Natur aus liefert die Muttermilch dem Baby alle wichtigen Nährstoffe, die es zum wachsen und entwickeln braucht. Die Natur regelt es so, dass die Mutter so viel Muttermilch produziert, wie das Kind braucht und das in der Zusammensetzung, in der das Baby die Milch gerade braucht. Es ist ein Phänomen, was der Körper in dieser Zeit so alles leistet. Die Muttermilch ernährt nicht nur euer Baby, sondern die Muttermilch löscht auch den Durst des Babys.
Die Anfangsmilch hat nur wenig Fett, liefert nur wenig Energie und löscht eigentlich nur den Durst des Babys. Zum Ende der Stillmahlzeit wird die Milch fett- und energiereicher, sättigt das Baby. Das zeigt auch, dass es wichtig ist, das Baby lange genug anzulegen, um ihm alle notwendigen Nährstoffe zukommen zu lassen.

In der Regel finden Babys schnell zu ihrem Rhythmus, so dass es als Mutter möglich ist, auch zwischendurch nicht nur für das Baby da zu sein. Zudem könnt ihr die Muttermilch auch abpumpen und sie im Kühlschrank aufbewahren. So können auch mal die Oma oder Opa oder der Papa das Baby füttern.

Stillen – die Vorteile

Einen eklatanten Vorteil hat die Muttermilch: sie ist jederzeit und an jedem Ort verfügbar, sie muss nicht zubereitet werden, sie ist sozusagen hygienisch verpackt und hat die richtige Temperatur. Und auch die Kosten für die Muttermilch sind mehr als gering. Auch das Spülen und Sterilisieren von Babyfläschchen entfällt, so lange das Baby gestillt wird. Und auch die Nächte sind durch das Stillen wesentlich entspannter, da das Baby nur angelegt wird und fertig.

Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die für das Baby und dessen Wachstum und Entwicklung wichtig sind.

Stillen macht glücklich. Während des Stillens werden vom Gehirn Glückshormone produziert. Diese Glückshormone können euch vor dem Baby-Blues bewahren, von dem erschreckenderweise jede 3. Mutter betroffen ist. Diese Frauen haben mit einer grossen Traurigkeit nach der Geburt zu kämpfen.

Durch das Stillen purzeln die Kilos. Jeden Tag werden beim Stillen um die 500 kcal zusätzlich verbraucht. Und diese Kilos gehen dann oftmals an den Fettpölsterchen der Schwangerschaft verloren. Beim Füttern mit der Flasche purzeln die Kilos in der Regel nicht so schnell.

Durch das Stillen werden die Mama und das Baby „verbunden“, das heisst, die Verbindung durch das Stillen ist inniger, was wohl an den Hormonen liegt, die beim Stillen ausgeschüttet werden.

Mütter, die stillen, haben ein geringeres Risiko, an Brustkrebs und Eierstockkrebs zu erkranken. Zudem tritt der Typ-2-Diabetes bei den Frauen, die gestillt haben, wesentlich seltener auf.

Durch das Stillen bildet sich die Gebärmutter schneller wieder zurück.

Nicht nur die Mutter hat durch das Stillen gesundheitliche Vorteile, sondern das Baby auch. Kinder, die gestillt wurden, haben ein geringeres Risiko für Infektionskrankheiten. Bei gestillten Kindern ist der plötzliche Kindstod auch wesentlich seltener. Die in der Muttermilch enthaltenen Stoffe schützen das Immunsystem eures Babys. Und Studien belegen, dass Kinder, die gestillt wurden, später weniger zu krankhaftem Übergewicht neigen.

Stillen – Baby und Mutter bereiten sich schon darauf vor

In der Schwangerschaft bereiten sich Mutter und Baby bereits auf das Stillen vor. Das Baby hat im Mutterleib bereits das Essen und Trinken geübt, während sich die Hormone der Mutter auf die Ernährung des Babys eingestimmt haben. Es ist also sozusagen alles vorbereitet und ihr braucht euer Baby einfach nur anzulegen. Anfangs kann es noch nicht so gut klappen, mit der Zeit entwickelt ihr euch zu einem eingespielten Team.
Legt euer Baby recht schnell nach der Geburt an, damit die Milchproduktion in Gang kommt. Denn bis die Milch richtig produziert wird, dauert einige Tage. Selbst wenn ihr das Gefühl habt, euer Baby wird nicht sagt, legt es einfach nochmal an. Dadurch wird die Milchbildung angekurbelt, so dass das Baby bald davon satt wird.

Wie viele Monate sollte man stillen?

Mindestens bis zum 5. Lebensmonat solltet ihr euer Baby stillen, denn die Muttermilch ist im ersten Halbjahr die beste Nahrung fürs Baby. Experten raten, bis zum 7. Monat ausschliesslich nur Muttermilch zu füttern, keine Beikost, keine Getränke, keine andere Nahrung.
Stellt ihr euer Kind dann auf das Breiessen um, stillt trotzdem weiter. Dadurch erleichtert ihr eurem Baby die Umstellung, indem sie langsam vonstatten geht. Immer mehr Stillmahlzeiten ersetzt ihr dann durch entsprechende Beikost. In der Regel bestimmt euer Baby und ihr, wie lange ihr stillen möchtet.

Wie oft solltet ihr euer Kind stillen?

Auch das ist eine Frage, die sich junge Mütter oftmals stellen. Wie oft muss ich mein Kind stillen? Das zeigt euch euer Baby. Es zeigt ganz deutlich, wenn es trinken möchte – es ist sozusagen nicht zu übersehen oder zu überhören. Es gibt keine wirkliche Faustregel, wie oft euer Kind gestillt werden sollte. Die Abstände beim Stillen sind ganz individuell und richten sich nach eurem Baby. Gerade bei Wachstumsschüben kann es sein, dass euer Baby sich ständig meldet, weil es Hunger hat. Dann müsst ihr es eben häufiger anlegen.

Ihr seht, Stillen ist durchaus positiv. Und wenn es von Anfang nicht direkt perfekt klappt, lasst euch nicht entmutigen. Probiert es immer wieder und wenn es nicht klappen sollte, dann füttert ihr eben euer Baby mit Flaschennahrung.

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